Der Ursprung der Kaffeepflanze liegt in Ostafrika, genauer in Äthiopien und Somalia. Hier sind auch heute noch seine Wildformen anzutreffen. Hirten und Bauern bemerkten, wie ihre Ziegen von bestimmten Blätter und Samen eines Strauches unruhig und schlaflos wurden, Mönche benutzten diese Pflanze als Getränk, um mit ihrer Hilfe die nächtlichen Gebetswachen zu verlängern. Die Kultivierung der Pflanze fand jedoch eher im Jemen, dem früheren Arabien statt. Die jemenitische Hafenstadt Mocha(Mokka) war schon damals ein florierendes Handelszentrum.
Auch wenn die Anfänge der Kultivierung der Kaffeepflanze vermutlich schon im 6. Jahrhundert lagen so war seine Entwicklung doch erst im 15. Jahrhundert soweit gediehen, daß man tatsächlich von Kaffeehandel sprechen konnte. Noch sorgten die Pilger- und Handelsreisenden mehr oder weniger zufällig für die Verbreitung des Kaffees. Die Araber und die Türken führten ihn bei den Seefahrern ein, die Handelsbeziehungen zum Mittleren Orient unterhielten. Auch wurde im 16. Jahrhundert mit der Eroberung des alten Jemen durch die Perser, Arabern und schließlich die Türken die entstandene "Kaffeekultur" miterobert und verbreitet.
Um das Monopol auf diesen Handel zu wahren achteten die Araber jedoch peinlichst darauf, daß nur die nackten Bohnen exportiert wurden, ohne die Umhüllung des Fruchtfleisches - welches die Samen erst keimfähig macht.
Erst im 17. Jahrhundert begann dann der Wettlauf der Kolonialmächte, sie waren bemüht Kaffeepflanzen für ihre Kolonien in Übersee zu erlangen. So gelang es 1616 den Holländer eine Kaffeepflanze in die Heimat zu schmuggeln. Hierdurch waren sie in der Lage ab ca. 1650 den Kaffeeanbau in Ceylon zu starten. Etwa zeitgleich kam der Kaffee als Getränk nach Europa. Um 1615 führte der Venezianer Pietro della Valle ihn in Venedig ein, bis 1650 war er in Marseille, Amsterdam, Hamburg, Paris und London angekommen. Es entstanden die ersten Kaffeehäuser.
Gegen 1700 wurden dann die ersten Kaffeeplantagen auf Java errichtet. Kurz darauf ging es auf Sumatra und Celebes weiter. Indonesien ist bis heute ein bedeutender Kaffee-Exporteur geblieben. Gegen 1715 gelang es dann den Franzosen auf La Reunion den ersten Kaffee anzubauen. Zehn Jahre später ging es auf Martinique weiter, von wo aus dann auch die Verbreitung in Richtung Haiti und Guadeloupe voran schritt. Gegen 1730 erreichte die Kaffeepflanze dann Brasilien, um sich von dort aus in Süd- und Mittelamerika weiter zu verbreiten. Etwa zu dieser Zeit begannen auch die Briten auf Jamaika mit der Kultivierung. Es entstand der bis heute legendäre "Blue Mountain" Kaffee. Weiter ging die Fährte des Kaffeeanbaus über Guatemala, Costa Rica und Kuba, bis Anfang des 19. Jahrhunderts schließlich Hawaii erreicht wurde. Circa 1880 geht es dann zurück zum Ausgangspunkt. Britische Landbesitzer begannen in Kenia, Tanganjika und Uganda in großem Umfang Kaffee anzupflanzen. 1896 erreicht der Kaffee schließlich auch der fünfte Kontinent und in Queensland entstanden erste Kaffee Plantagen.
Heute produzieren Zentral- und Südamerika den größten Anteil der Gesamtproduktion. Die Kaffee-Weltproduktion erreicht rund 100 Millionen Säcke pro Jahr. Brasilien ist mit etwa einem Viertel der Produktion an erster Stelle. Der Eigenverbrauch liegt bei achteinhalb Millionen Säcken.

Frühe Darstellung einer Kaffeepflanze
aus dem Pharmamuseum Basel










