| Auch Lorbeerblatt oder Suppenblatt genannt. |
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Lateinisch: Englisch: Spanisch: Französisch: Italienisch: | Laurus nobilis Sweat laurel, bay leaf Laural Laurier Alloro, lauro |
Pflanzenfamilie: Lauraceae (Lorbeergewächse)
Verwendung finden in erster Linie die zweijährigen Blätter, wobei frische wesentlich aromatischer sind als getrocknete. Sind keine frischen Blätter verfügbar, sollte man unbedingt auf die Farbe achten, nur grüne Blätter nutzen und bräunliche lieber entsorgen. Des weiteren können die Beeren verwendet werden, da auch sie das aromatische Öl enthalten.
Schon antike Schriften belegen die Nutzung des Lorbeers vor mehreren Tausend Jahren. Er spielt eine wichtige Rolle sowohl als Baum in der Landschaft als auch in der Mythologie. Die römischen Krieger ruhten sich auf Lorbeerblättern aus, im alten Christentum galt er als Symbol der Unvergänglichkeit wegen seiner immergrünen Blätter und man bahrte die Toten auf ihnen auf. Akademische Lorbeeren wurden mit dem Baccalaureat honoriert und die alten Griechen besangen ihn. Der Lorbeer war dem Gott Apoll geweiht, seine Heiligenstätten - auch Delphi am Parnass - wurden mit Lorbeerbäumen umgeben. In der Orakelstätte saß die Priesterin Pythia, auf einem mit Lorbeerblättern geschmückten Schemel und kaute die Blätter, während sie das Orakel interpretierte.
Da Apollo den Lorbeerkranz trug und Gott der Kämpfenden und Siegenden war, wurde der Kranz zum Zeichen des Sieges und des Ruhmes. Dies hat sich bis heute gehalten und vor Allem in Sport-veranstaltungen werden die Sieger auch heute häufig mit diesem Symbol geehrt. Bei aller mythologischer Bedeutung geriet jedoch die Würzkraft des Lorbeer immer wieder für Jahrhunderte in Vergessenheit. Im Mittelalter war es dann Karl der Große, welcher seine Bedeutung wiederentdeckte und seinen vermehrten Anbau empfahl. So wurde dem Lorbeer in dieser Zeit neben einer magen- und nierenstärkenden Wirkung ebenfalls eine Wirkung gegen die Pest zugeschrieben.
Der Lorbeerbaum gehört zur Familie der Lauraceae, also der Lorbeergewächse. Weitere bekannte Vertreter dieser Familie sind die verschiedenen Arten des Zimtbaumes wie auch der Muskatnussbaum.
Als Zierbusch wird Lorbeer gerne kurz
gehalten und in die verschiedensten Formen gestutzt
oder als Hecke gepflanzt, der Baum kann jedoch bis über
15 m hoch werden. Seine immergrünen ledrigen Blätter
sind an beiden Enden zugespitzt und haben meist leicht
gewellte Ränder. Beim Lorbeer gibt es männliche
und weibliche Pflanzen. Während der Blütezeit
im Frühjahr entwickeln sich in den Blattachseln
weiß-gelbliche Büschel von Blüten. Aus
den weiblichen entstehen dann die einsamigen Lorbeeren,
welche zunächst grün sind und später
dann blau-schwarz werden. Der Lorbeerbaum verträgt
keine längeren Frostperioden, sodaß man ihn
bei uns nur in Kübeln halten kann, welche im Winter
hereingeholt werden. Er braucht jedoch auch in dieser
Zeit viel Licht. Rund um das Mittelmeer findet der Baum
seine idealen Lebensvorraussetzungen und ist dort überall
Zuhause, auch wenn er seine eigentliche Heimat Kleinasien
ist.Frische Lorbeerblätter schmecken herb-aromatisch und leicht bitter, sie duften zart würzig. Getrockneter Lorbeer ist etwas holziger, dafür weniger intensiv - Sie sollten die Blätter der Länge nach einschneiden, um die Würzkraft zu intensivieren. Leider wird dieses zwar sehr gängige Gewürz heute etwas lieblos behandelt. Wie bei den meisten Gewürzen raten wir auch hier zur Verwendung von frischer Ware. Die Blätter halten sich kühl und dunkel gelagert wochenlang. Getrocknete und zerbrochenen Blätter verlieren ihr Aroma schnell. Die Beeren werden kaum gehandelt, allerdings findet sich das aus ihnen gewonnene Öl in einigen Likören.
Die Würze des Lorbeer ergänzt sauer Eingelegtes
hervorragend und darf zum Beispiel an Sauerkraut, Gurke oder
Heringen kaum fehlen. Auch in einer Beize für Wild oder
Bratenfleisch bildet er zusammen mit Rotwein, Knoblauch und
ein paar Wacholderbeeren, die Basis. Nur wenige Marinaden
können auf Lorbeer verzichten. Er paßt außerdem
hervorragend zu Gulasch, Ragout oder Eintöpfen und in
kräftige Saucen. Auch Grillfleisch lässt sich wunderbar
einlegen in eine Mischung aus Olivenöl, Knoblauch, Lorbeerblättern,
Wacholderbeeren Pepperoni, Salz und Zitronenstücken. Viele
Speisen erhalten durch Lorbeer ein unverwechselbares Aroma.
Die Blätter werden mitgekocht und vor dem Servieren aus
der Speise genommen - ein versehentlicher Biß ins Blatt
kann die Geschmacksnerven unangenehm beanspruchen. Für
Suppen oder Fischsud müssen die Franzosen das »Bouquet
Garni« - ein Sträußchen bestehend aus
Lorbeer, Petersilie und Thymian - erfunden haben. Das ganze
Bund wird mitgeköchelt, bevor man es mit einem Griff
wieder entfernen kann. In Milch aufgekocht und vorsichtig
dosiert gibt Lorbeer auch Cremes und Puddings einen einzigartigen
Geschmack.
Die Heilkräfte von Lorbeer:
Lorbeeren und ihre Blätter wirken durchblutungs- und verdauungsfördernd, antibakteriell, harntreibend und appetitanregend. Äußerlich angewendet hilft das Lorbeeröl durch Cineol und seine milden Bitterstoffe gegen Verstauchungen und Quetschungen. Das Oleum Lauri findet auch Verwendung als Furunkelsalbe. Essenzen und Salben werden zur äußerlichen Behandlung von Rheumatischer Beschwerden genutzt. Menschen mit empfindlicher Haut sollten jedoch vorsichtig sein, da es zu Hautreizungen kommen kann.Die in den Blättern enthaltene Säure hält eine große Zahl an Insekten und Schädlingen fern.
Achtung! Lorbeer kann in größeren Dosen zu Rauschzuständen führen - von einer Nutzung als Tee raten wir daher dringend ab.
Auf keinem Fall sollte man außerdem den echten Lorbeerbaum mit Kirschlorbeer verwechseln, welcher giftige Blätter hat. Das Selbe gilt für den karibischen Bayrumbaum, dessen Blätter zur Rumherstellung verwendet werden.
Hexentipp:
Lorbeer soll geräuchert die Fähigkeit verleihen, Verborgenes zu sehen und Ruhmesvisionen hervorrufen. Dies könnte bei einem akuten "Formtief" doch hilfreich sein, oder?Außerdem, so sagte man damals, schütze der Lorbeer vor Blitzen.











